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Gerichtsurteil konkretisiert die Mindestanforderungen an ein Fahrtenbuch

Gerichtsurteil konkretisiert die Mindestanforderungen an ein Fahrtenbuch

Am 01.03.2012* hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass ein Fahrtenbuch immer ein Ziel (inkl. Straßennamen, Kundennamen, Anlass) jeder einzelnen Fahrt enthalten muss!

Zudem wurde beschlossen, dass
-       die Eintragung des Straßennamens allein trotz
-       nachträglicher Präzisierung inkl. Aufstellung
nicht ausreicht.

Was war Grund für dieses Urteil?

Warum wurde ein Urteil gesprochen?

Warum wurde ein Urteil gesprochen?

Ein  Gesellschaftergeschäftsführer einer GmbH hatte ein  Fahrtenbuch geführt, welches neben dem Datum meist nur Ortsangaben (z.B. „ A- UV- A“, „Firma – A – B“) oder den Anlass der Fahrt beinhaltete (z.B. „A-tanken-A“).  Daneben enthielt das Fahrtenbuch den jeweiligen Kilometerstand und die jeweils am Tag gefahrenen Kilometer. Diese Angaben wurden jedoch nachträglich auf Grundlage eines handschriftlich geführten Tageskalenders erstellt. In eben diesem Tageskalender stand eine Auflistung der Fahrten inkl. Datum, Standort und Kilometer des Fahrzeugs und der Grund und das Ziel jeder einzelnen Fahrt.

Das Finanzamt beurteilte das Fahrzeug als nicht ordnungsgemäß, das Finanzgericht hingegen schon.

Das Finanzgericht begründetet dies damit, dass die Kombination aus Fahrtenbuch und Tageskalenders noch ausreichen würde. Die Revision des Finanzamtes hatte jedoch Erfolg und der BFH verwarf das Fahrtenbuch als nicht ordnungsgemäß, weil die Fahrten im Fahrtenbuch nicht vollständig aufgezeichnet waren. Im Fahrtenbuch selbst muss jede Fahrt mit Ausgangs- und Endpunkt und Anlass der Fahrt vermerkt sein. Eine nachträgliche Detaillierung ist unzureichend.

 

Was lernen wir daraus

Was lernen wir daraus

Es ist im Alltag sicher nicht angenehm detalillierte Aufzeichnungen zu machen, jedoch kann dies der entscheidende Punkt sein. Führen Sie nur ein Fahrtenbuch und keine Zweit- oder Ergänzungsbücher.

 

 

 

*BFH, Pressemitteilung Nr. 36 / 12 vom 23.05.2012 zum Urteil VI R 33 / 10 vom 01.03.2012